Sehen und UV-Sehen bei Vögeln

Die nachfolgende Übersicht zeigt einige Besonderheiten des Sehvermögen von Vögeln.
Die Augen der Vögel sind relativ zur Körpergröße größer als die der Säugetiere. Je nach Lebensweise besitzen Vogelaugen zahlreiche Spezialanpassungen:

 

Lichtempfindlichkeit und Sehschärfe

Eulen können bei Nacht zwar mehr sehen als Tagvögel oder der Mensch, ihr Sehen ist allerdings weniger auf Sehschärfe als auf Lichtausbeute ausgerichtet. Wanderfalken sind dagegen auf Tagjagd optimiert; sie können kleine Objekte wie Beutevögel über Entfernungen von über einem Kilometer ausmachen und verfolgen.
Zumindest kleine Vögel sind in der Lage, UV-Licht zu sehen, bei großen Vögeln wird das UV-Licht vom Glaskörper des Auges zu stark ausgefiltert. Viele Arten besitzen nicht nur drei Farbrezeptoren wie der Mensch, sondern vier Farbrezeptoren, davon einer für violettes Licht, der sich bei einigen Vogelgruppen zu einem UV-Rezeptor (um 375 Nanometer) entwickelt hat.

 

Der Nutzen des UV-Lichtes ist sehr unterschiedlich

Mäuse-Urin leuchtet im UV-Bereich, mäusejagende Greife können so von oben eine Landschaft auf ihren Mäusereichtum beurteilen.
Bei Früchten kann der Reifegrad mit Hilfe von UV-Licht besser beurteilt werden; manche Schimmelpilze besitzen im UV-Bereich andere Farben und fallen so besser auf.
Es gibt einige Vogelarten, bei denen sich die Geschlechter im für uns sichtbaren Licht nicht, wohl aber im UV-Licht unterscheiden. Stare oder einzelne Meisenarten (Blaumeisen) sind dafür ein Beispiel.

 

Zeitliches Auflösevermögen

Die meisten Vogelarten können mehr Bilder pro Sekunde unterscheiden als wir Menschen. In der Vogelhaltung sollten daher keine Leuchtstofflampen mit den üblichen 50 Hertz betrieben werden, da dieses Licht für Vögel flimmert.

Leuchtstoffröhren, die ohne elektronische Vorschaltgeräte betrieben werden, takten das Licht mit einer Frequenz von ca. 50 Hertz. Das bedeutet, fünfzig Mal pro Sekunde wird das Licht ein- und wieder ausgeschaltet. Da Menschen weit weniger als 50 Bilder pro Sekunde verarbeiten, entsteht im menschlichen Gehirn der Eindruck, dass diese Röhren permanent Licht ausstrahlen. Vögel hingegen können weit mehr Bilder pro Sekunde verarbeiten als der Mensch. Sie sehen, dass das Licht der Leuchtstoffröhren ein und wieder ausgeschaltet wird. Es entsteht das Empfinden von ständigem Flackern des Lichtes oder einer ständigen Diaschau. Das verursacht den Vögeln  enormen Stress. Leuchtstoffröhren, die ohne elektronische Vorschaltgeräte betrieben werden, sind deshalb generell abzulehnen.

Mit einem elektronischen Vorschaltgeräte zündet die Leuchtstoffröhre einige tausendmal pro Sekunde, sodass für das Vogelauge der Eindruck eines flackerfreien Licht entsteht

 

Räumliches Sehen

Vogelaugen sind anders als bei Säugern fest in der Schädelkapsel fixiert, also unbeweglich. Ihr Blick wirkt daher starr. Je nach ökologischer Anpassung ist die Fähigkeit zum räumlichen Sehen von Art zu Art sehr unterschiedlich. Bei Artengruppen, die unter einem hohen Verfolgungsdruck durch Raubtiere stehen (z. B. Tauben und Hühnervögel), sind die Augen seitlich am Kopf angeordnet. Dies erlaubt einen fast vollständigen Rundblick um 360°, die Überlappung der Sichtfelder und damit die Fähigkeit zum räumlichen Sehen ist aber relativ gering. Das andere Extrem stellen Eulen dar. Bei ihnen sind die Augen nebeneinander an der Vorderseite des Kopfes angeordnet (also wie bei Menschen). Die Sichtfelder der Augen überlappen sehr stark, entsprechend gut ist daher auch das räumliche Sehvermögen. Die geringe seitliche Ausdehnung des Sichtfeldes wird durch eine sehr starke Beweglichkeit der Halswirbelsäule ausgeglichen. Eulen können ihren Kopf um bis zu 270° drehen.
Bewegungssehen

Viele Vögel wippen beim Gehen mit dem Kopf vor und zurück. Dabei dient die Rückwärtsbewegung dazu, den Kopf für einen Moment relativ zur Umgebung in Ruhe zu halten, sodass das Bild auf der Netzhaut sich nicht bewegt, zugunsten der besseren Erkennbarkeit bewegter Objekte – wie beispielsweise eines Raubtieres. Der Scharfsehbereich ist beim Menschen ca. 2,5° fokussiert, bei den Vögeln ca. 20° wesentlich erweitert. Auch das verbessert die Wahrnehmung von Bewegungen.
Unterwassersehen

Vögel, die unter Wasser ihre Nahrung suchen, können ihre besonders weichen Augenlinsen durch Muskeln verformen und so das Brechungsvermögen anpassen. Im Wasser werden  außerdem verschiedene Wellenlängen sehr schnell absorbiert, so daß nur wenig farbiges Licht in tiefere Wasserschichten vordringt. Auch UV-Licht dringt nicht sehr tief ein, d.h., unter Wasser benötigen Vögel keine UV-Rezeptoren. Wohl aber kommen Blautöne in den oberen Wasserschichten verstärkt vor. Das Vorhandensein von zwei Rezeptoren in diesem Bereich, einem blauempfindlichen (max. Empfindlichkeit bei 460nm) und einem violettempfindlichen (max. Empfindlichkeit bei 420nm), könnte für tauchende Vögel von Vorteil sein.

Zusammengestellt z.T. aus Wikimedia (Vögel) und aus dem Aufsatz:  Ist UV bei der Vogelhaltung wichtig? von  C. Mettke-Hofmann & G. Hofmann.

Beifuß und anderes Vogelfutter aus der Natur

Beifuss mit halbreifen Samen

Beifuß und andere Sämereien reifen zur Zeit reichlich in der  Natur. Olaf Hungenberg  hat einen reichlich bebilderten Aufsatz über „Vogelfutter aus der Natur“ verfasst, der als PDF-datei nachles- und herunterladbar ist  unter Nützliches > PDF-Dateien: > Berichte • Fachartikel > „Vogelfutter aus der Natur“ auf der Homepage  der Firma  Hungenberg  birdsandmore“.

Dort gibt es viele Anregungen zum Nachlesen und vor allem zum Sammeln.

Keimfutter – ein Aufsatz von Olaf Hungenberg

Dieser Text basiert auf einem hervorragendem Aufsatz mit vielen Bildern von Olaf Hungenberg – Düsseldorf/Neuss, erschienen in „Der Vogelfreund“ Ausgabe 5/2006, und als PDF nachles- und herunterladbar  über den Direkt-Link der birdsandmore.de-Seite der Firma Hungenberg http://www.birdsandmore.de.

Hier eine verkürzte Darstellung mit freundlicher Genehmigung von Herrn O. Hungenberg.

Keimfutter stellt  eine ideale Bereicherung der Ernährung dar vorausgesetzt, man verwendet einwandfreie hochkeimfähige Saaten und bereitet das Keimfutter richtig zu.  In der Aufzuchtphase kommt Keimfutter eine besondere Rolle zu.

Grundsätzliche Überlegungen

Man muss sich jedoch – sollte man sich für die Verwendung von Keimfutter entscheiden – darüber im Klaren sein, dass die Utensilien zur Herstellung (Keimsieb, Keimautomat etc.) stets nach dem Gebrauch gründlich gereinigt werden müssen, um eventuell anhaftende Keime zu entfernen.

Es gibt die verschiedensten Gerätschaften um Keimfutter herzustellen.  Gleich welche Methode man auch wählt, zwei Voraussetzungen müssen gegeben sein: zum einen müssen diese Geräte leicht zu säubern sein und zum anderen müssen die Bedingungen für eine optimale Keimung erfüllt werden.

Optimal sind Haushaltssiebe aus Kunststoff oder die neuerdings auf dem Markt erhältlichen Keimsiebe mit einem wahlweisen Durchmesser von 20 cm bzw. 30 cm. Sinnvoll ist es sich diese Siebe in doppelter Ausführung zuzulegen, so dass jeweils ein Satz in Gebrauch und ein Satz in der Reinigung ist. Derartige Kunststoffsiebe können problemlos und ohne großen Aufwand mit einem handelsüblichen Chlorreiniger in entsprechender Verdünnung behandelt werden. Lässt man die Siebe nach dem Reinigungsvorgang gut abtrocknen, so ist der Hygiene zumindest bei den Utensilien Rechnung getragen. Des Weiteren muss man nach dem eigentlichen Quellvorgang in  regelmäßigen Abständen die Saat ausspülen. All diese Dinge sind zu berücksichtigen, und wer all dies nicht garantieren kann, sollte erst gar nicht mit Keimfutter anfangen.

Quellzeit

Die ideale Quellzeit/Wässerungszeit hängt von der jeweiligen Samenart ab. In der Regel benötigen ölhaltige Sämereien eine deutlich geringere Wässerungszeit als mehlhaltige Sämereien. So reicht bei ölhaltigen Samen meist eine Wässerungszeit von 4 Stunden vollkommen aus, während mehlhaltige Samen mindestens 6 Stunden gewässert werden sollten. Dieser Grundsatz gilt ausschließlich für üblicherweise in Keimfuttermischungen verwendete Sämereien und auch nur bei nicht ölpolierten Sämereien.

Die zuvor genannte Quellzeit sollte nicht deutlich überschritten werden, um die Atmung des Samens nicht zu beeinträchtigen. Im Zuge einer übermäßigen Quellzeit kommt es durch intrazelluläre Atmung zu Gärungsvorgängen, die den Keimling schädigen.

Keimphase

Nach der Quellphase wird die Saat gut und gründlich durchgespült – vorzugsweise mit handwarmem Wasser – und nach einer  Abtropfzeit im Sieb zu 2/3 abgedeckt. Auch von unten sollte Sauerstoff an die Saat gelangen. Die weitere Atmung des  Keimlings ist mit der Entstehung von Kohlendioxid und einer fühlbaren Wärmefreisetzung verbunden.

Die Sauerstoffzufuhr ist jetzt wichtig, da sich sonst Kohlendioxid anreichert und hier eine intrazelluläre Atmung die Folge wäre. Die entstehende Gärung führt dabei zur Bildung von Ethanol, Fuselölen und Säuren, die den Keimling empfindlich schädigen können.

Während dieser Keimphase sollte mindestens alle 12 Stunden ein gründliches Durchspülen und Abtropfen erfolgen. Die Umgebungstemperatur hat einen großen Einfluss auf die Keimgeschwindigkeit, höhere Temperaturen beschleunigen erwartungsgemäß das Keimwachstum.  Überschüssiges Keimfutter kann problemlos im Kühlschrank aufbewahrt werden, wobei der Keimprozeß deutlich verlangsamt wird.

„Quellfutter“

Oft ist auch die Rede von so genanntem „Quellfutter“ – also einer Keimfuttermischung welche bereits nach der Quellphase verfüttert wird und der Spross noch nicht zu erkennen ist. Ernährungsphysiologisch ist es jedoch dem hier besprochenen Keimfutter deutlich unterlegen und vom Nährwert dem trockenen Korn gleichzusetzen. Einziger Vorteil des Quellfutters gegenüber dem trockenen Körnerfutter ist die Konsistenz, welche durchaus zu einer bevorzugten Aufnahme animiert.

Veränderungen durch die Keimphase

Der Samen besteht generell aus Keimling, Körper und Umhüllung (Spelze, Frucht- und Samenschale). Der Keimling ist der lebende Teil des Samens. Der Körper– je nach Samenart mit unterschiedlichen Kohlehydrat-, Protein- und Fettanteilen – dient dem Keimling während der Keimung als Nährstoffspeicher. Diese inneren Reserven reichen aus, den Keimling für längere Zeit von einer Nährstoffzufuhr unabhängig zu machen.

Beim Keimen steigt der Wassergehalt der Samen je nach Samenart in Kürze von 10 auf bis zu 70 bis 80 Prozent an. Mit dieser  Wasseraufnahme und der dadurch bedingten Volumenzunahme der Zellen, setzen zahlreiche Stoffwechselaktivitäten ein. Dies setzt allerdings voraus, dass im Samen auch tatsächlich eine  Keimungsbereitschaft vorhanden ist und somit die Samenruhe durchbrochen werden kann.

Die Keimbereitschaft ist stark abhängig von den Bedingungen während der Reife, der Ernte und der Weiterbehandlung (z.B. künstliche Trocknung aufgrund hohen Wassergehaltes des Kornes).

Im frühen Keimstadium ist der rasche Anstieg an bestimmten Enzymen bestimmend, der die Mobilisierung der Reservestoffe einleitet. Bereits wenige Stunden nach dem Weichen werden die im Keimling lokalisierten löslichen Zucker nahezu völlig verstoffwechselt. Der weitere Bedarf an Glukose wird durch die Mobilisierung der Stärke im Samenkörper gedeckt. Die komplexen Kohlenhydrate werden zu leicht verdaulichem Doppelzucker umgewandelt – der Keimling erhält seine typisch süßliche Geschmacksnote.

Der Abbau der Proteine (Reserveproteine) erfolgt durch Enzyme und wird direkt für Neusynthesen von Proteinen, Aminosäuren und weiteren stickstoffhaltigen Verbindungen verwendet. Hier ist vor allem die Veränderung zu Gunsten freier Aminosäuren hervorzuheben. Die Fettreserven werden zu Fettsäuren und Glycerin abgebaut – was eine Erhöhung des Gehaltes an mehrfach ungesättigten Fettsäuren nach sich zieht. Weitere Inhaltsstoffe des Korn werden zur Biosynthese sekundärer Pflanzenstoffe verwendet.

Der Anstieg an Vitamingehalten im Verlaufe der Keimung kann vor allem bei Vitaminen des B-Komplexes, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin K beträchtlich sein. Auch hier spielt die Samenart eine große Rolle, sowie die Keimdauer.

Ernährungsphysiologischer Wert von Keimfutter

Während grundsätzlich der ernährungsphysiologische Wert von Keimfutter aufgrund der Bioverfügbarkeit der veränderten Inhaltsstoffe bereits im frühen Keimstadium hervorzuheben ist, ist mit fortschreitender Keimung und Einsetzen der Photosynthese ein Anstieg der Hauptnährstoffgehalte zu verzeichnen. Der Proteingehalt der gekeimten Saat steigt im Vergleich zur jeweiligen Trockensubstanz im weiteren Verlauf der Keimung bis zu etwa 30% an – abhängig von der jeweiligen Saat – wogegen er ab einer bestimmten Schwelle wieder absinkt.

Quelle: Dieser Text basiert auf dem hervorragenden Aufsatz von Olaf Hungenberg nachlesbar unter Nützliches > PDF-Dateien: > Berichte • Fachartikel > Keimfutter auf der Homepage der Firma Hungenberg (birdsandmore.de). Dort finden sich auch umfangreiche Quellenangabe!

Sendungen im Oktober 2010 – Filme und Dokus aus der Natur- und Vogelwelt

Eistaucher – die Stimme der Wildnis
Samstag. 09.10.2010
Sender: BR
Wiederholungen von TIERE VOR DER KAMERA

Ein Film von Ernst Arendt und Hans Schweiger
Ein See in der Wildnis, Nebel, Stille und plötzlich ein schauriger Schrei: Wer je die Nordwälder Amerikas besuchte, wird den Ruf des Eistauchers nie vergessen, diese „Stimme der Wildnis“ wird ihm immer im Ohr bleiben. „Der Faszination der Eistaucher konnten wir uns einfach nicht entziehen, seit Jahren hatten wir die Idee, diesen Zauber in einen Film zu packen. In den Nordwäldern der USA fanden wir endlich die ideale Szenerie für diesen Film: Er ist mehr als ein Tierfilm geworden, ein Film, der beglückend unter die Haut geht. So wildromantisch dieses elegante Tier lebt, kommt trotzdem die Aktion nicht zu kurz.“

Denn kaum ist das Eis auf den Seen geschmolzen, schallt der Ruf über das Wasser und die graziöse Silhouette der Eistaucher erscheint im Morgennebel: Die Stille des Winters ist gebrochen. Die Brutreviere abstecken, das geht nicht ohne Imponieren, Streit und wilde Verfolgungsjagden übers Wasser, dass es nur so spritzt. Der Verlierer muss den See räumen, was nicht immer leicht ist. Eistaucher sind schnelle Flieger und brauchen einen langen Startlauf.

Wenn der Platz fehlt oder der Wind ungünstig steht, gibt es spektakuläre Notlandungen und Startabbrüche. An Land kommen Eistaucher nur zum Brüten. Laufen können sie nicht, mühsam rutschen sie auf dem Bauch ans Ufer und legen ein bis zwei Eier in eine Mulde. Fast einen Monat lang brüten sie bis zum großen Ereignis: Süße kleine, schwarze Federbällchen schlüpfen und hopsen schon kurz darauf ins Wasser, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Sind sie müde von der Anstrengung, dürfen sie Kahn fahren: Auf dem Rücken der Eltern können sie ausruhen.

Wie üblich geben Ernst Arendt und Hans Schweiger auch Einblick in die Entstehung des Films und lassen den Zuschauer teilhaben an beglückenden und sehr individuellen Erlebnisse mit Tieren.

Vereinssitzung im August – Filmvorführung „Kluge Vögel“

Ich habe gerade mit Herrn von Mathey telefoniert und mündlich die Erlaubnis eingeholt, den Film in unserem kleinen Kreis zu zeigen. Herr von Mathey macht Tierfilme mit seiner von Matthey Film GmbH, Birkenweg 41, 71334 Waiblingen.

Herr von Mathey erzählte mir, daß ihr Film über „Tauben“ vor kurzem auf ARTE gezeigt wurde und voraussichtlich zur Weihnachtszeit wiederholt wird. Ein Film über Lernprozesse bei verschiedenen Tiergruppen ist in Vorbereitung.  Wenn sie gesendet werden, werde ich sie unter „Filmtipps“ ankündigen.

Wichtige Rufnummern – Notfallnummern für Tier- und Vogelfreunde

Neu in Berlin: Berliner Station für zugeflogene Brieftauben

Ansprechpartner der Brieftaubenstation
Frank und Gisela Osterloh
Grimnitzstr. 7
10318 Berlin
Telefon: (030) 508 44 93

Ansprechpartner/Kontakt bei verletzten Tieren

Tierärztlicher Notdienst: (030) 83 22 90 00
Tierambulanz Berlin-Brandenburg: 0800-668 84 37
Tierklinik Biesdorf: (030) 514 37 60
Tierklinik der FU Berlin: (030) 83 86 23 56
Tierklinik Marzahn: (030) 932 11 48

Die AZ-Landesgruppe Berlin/Brandenburg hat eine eigene Internetseite

Neuigkeiten, Informationen und Wissenswertes über die AZ-Landesgruppe Berlin-Brandenburg, sowie Termine, Schauen rund um Berlin und Brandenburg, finden Sie ab sofort auf der neuen Internetseite der AZ-Landesgruppe Berlin-Brandenburg unter der Adresse http://www.az-bb.de.

Raben trösten ihre Freunde nach Auseinandersetzungen

Dass Raben mit einer gewissen Intelligenz Probleme lösen, ist mehrfach bewiesen. Dass sie aber auch zu einem gewissen Maß an Mitgefühl in der Lage sind, finden jetzt Forscher der Universität Wien heraus.

Raben trösten und beruhigen ihre Freunde, wenn diese bei einem Konflikt eins auf den Schnabel bekommen haben. Und werden sie selbst Opfer einer Streiterei, so suchen sie sich Trost bei ihren besten Bekannten. Das berichten Forscher der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle der Universität Wien im Journal „Plos One“.

Orlaith Fraser und Thomas Bugnyar hatten über ein Jahr lang das Verhalten einer Gruppe von dreizehn jungen Raben (Corvus corax) in einer Voliere des Instituts beobachtet. Dabei notierten sie genau, welche Tiere kurz nach einem Konflikt in der Gruppe sich welchen anderen zu- oder abwandten. Das Ergebnis zeigt eine gewisse Empathie der Tiere: Häufig wurden die Verlierer eines Kampfes von unbeteiligten anderen Raben durch Berührungen getröstet. Dies war umso wahrscheinlicher, je heftiger der Konflikt ausgefallen war.

Unterlegene Tiere eines Kampfes suchten danach auch selbst aktiv nach Trost bei anderen, wobei sie sich meist an jene wandten, die auch von sich aus Trost spendeten. Diese Tiere waren solche, zu denen auch sonst eine enge, für die Tiere wertvolle Bindung bestand. Da die jungen Tiere noch keine Paare gebildet hatten, konnten dies verschiedene engere Freunde in der Gruppe sein. Versuche zur Versöhnung mit dem Gegner, wie sie die Forscher von Affen kennen und zur Vermeidung späterer Konflikte erwartet hätten, kamen dagegen kaum vor.

Schon die erfolgreiche Suche nach Trost zeigt, wie die Tiere sich in der Gruppe helfen. Der spontane, ungefragte Trost von Freunden nach einem Kampf zeige ein gewisses Maß an Mitgefühl, das sogar über das von Affen hinausgehe, berichten die Wissenschaftler.

Kolkrabe

Copyright: © 2010 Fraser, Bugnyar. This is an open-access article
“Do Ravens Show Consolation? Responses to Distressed Others,” by Orlaith Fraser and Thomas Bugnyar. PLoS one Vol. 5 Iss. 5. DOI:10.1371/journal.pone.0010605

Filmtipp: Kluge Vögel – der Zweiteiler von Heinz von Matthey, Volker Arzt und Immanuel Birmelin

Kluge Vögel – der Zweiteiler von Heinz von Matthey, Volker Arzt und Immanuel Birmelin

Do., 10. Juni 14.15 Uhr, hr  Kluge Vögel – Teil 1 – Die Werkzeugmacher
Fr., 11.Juni 14.15 Uhr, hr  Kluge Vögel – Teil 2 – Die Kopfarbeiter

Informationen zum Film:

Vögel sind – grob betrachtet – Abkömmlinge der Dinosaurier. Als wollten sie ihrem Stammbaum Ehre machen, beherrschen sie nicht nur den Luftraum. Pinguine machen im Schwimmen und Tauchen den Fischen und Säugetieren Konkurrenz.  Die Straußenvögel dagegen haben das Land als Lebensraum erobert und sind zu „Rennern der Steppe“ geworden. Doch damit nicht genug: Immer mehr stellt sich heraus, dass die Vögel nicht nur Anpassungskünstler sind sondern auch über ein hohes Maß an Intelligenz verfügen. Manche Forscher rechnen sie sogar zu den klügsten Tieren auf diesem Planeten.

Bild 1: Ein Kea spielt mit der Brille von Volker Arzt. Fotos ©Matthey Film

Raben- und Papageienvögel verstehen Sprachen

Das Gehirn vieler Vogelarten ist nicht größer als eine Nuss, und dennoch sind ihre geistigen Fähigkeiten mit denen von Schimpansen oder Walen vergleichbar – zum großen Erstaunen der Biologen. Vor allem Raben- und Papageienvögel verblüffen durch ihr Sprachverständnis, ihren überlegten Einsatz von Technik oder ihre raffinierten Tricks im Umgang mit Artgenossen.

Doch auch die sogenannte technische Intelligenz, die zum Herstellen oder zum Verstehen von Werkzeugen gebraucht wird, ist bei manchen Vögeln gut ausgeprägt. Schier unglaublich sind Beobachtungen aus den Regenwäldern Neukaledoniens. Im fernen Neuseeland praktizieren Menschen und Keas eine Art respektvoller Koexistenz. Die Bergpapageien sind berüchtigt für ihre Neugier und ihren „Forscherdrang“: Sie untersuchen, was die Welt zusammenhält – und wie man sie am besten auseinander nimmt. Sie prüfen die Standfestigkeit von Bierflaschen, demontieren Dachträger, zerlegen Skistiefel. Sind sie nur geschickt und geduldig, oder besitzen Keas tatsächlich ein Verständnis für Technik und Alltagsphysik?

Bild 2: drei Wochen alte Kea Küken

Arbeit = Kraft x Weg – auch für den Bergpapagei

Wissenschaftler an der Universität Wien erhielten eine überraschende Antwort, als sie ihre handaufgezogenen Keas mit Seilen, Hebeln und Gewichten hantieren ließen. Die Papageienvögel lieferten überzeugende Beweise für die Beherrschung technischer und physikalischer Grundregeln. Unter den einheimischen Vögeln gelten Raben als besonders intelligent – was nicht unbedingt ihre Reputation erhöht. Die Rabenkrähe Konrad in Freiburg im Breisgau ist als Bürgerschreck verschrien: Sie nestelt die Rucksäcke der Studenten auf und durchsucht sie nach Müsliriegel; sie entwendet Parkmünzen und beseitigt Strafzettel. Doch Konrads Geschicklichkeit wird bei weitem übertroffen von seinen Verwandten am anderen Ende der Welt.  Bild 3: ein Kea wird erforscht

Bild 4: Keas im Experiment

Keas sind Technik-Genies

Die Keas im fernen Neukaledonien sind Werkzeug-Experten von einer bislang ungekannten Perfektion. Um Maden aus ihren Bohrlöchern zu holen, fertigen die Krähen Stocherspieße mit spitzen oder aufgefaserten Enden an – je nach Art der Maden. Von Palmblättern reißen sie Streifen ab und stellen daraus Angelgeräte mit Widerhaken her – in einfacher Standardausführung oder als hochwertige Luxusmodelle. Selbst eine Art Maschine zum Nüsse knacken geht auf ihr Erfinderkonto.

Jahrelang haben Wissenschaftler versucht, diese technischen Meisterleistungen filmisch fest zu halten. Doch die meisten Bemühungen waren vergeblich. Die schlauen Papageien waren zu scheu und zu schnell. Erst ein simpler Trick brachte jetzt den Durchbruch: Die Vogelforscher versahen einen Baumstamm mit künstlichen Bohrlöchern und packten frische Maden hinein – eine Art Waldrestaurant für Krähen. Die Futterstation fand großen Zuspruch. Dabei führten die Gäste zunächst die Herstellung und dann den Einsatz ihrer raffinierten Essbestecke vor.

Über zwei Jahre sind Volker Arzt, Immanuel Birmelin und ein Kamerateam von Heinz von Matthey zu den Hochburgen der Vogelintelligenz gereist. In Regenwälder und Wüsten, in Universitätsinstitute – und zu Vogelliebhabern. Mit Respekt, Witz und Bewunderung berichten die Autoren von geistigen Glanzleistungen, die man noch vor kurzem ins Reich der Fabel verwiesen hätte. Dabei erweisen sich Vergleichstests mit Schimpansen oder Kindergartenkindern als besonders überraschend und aufschlussreich.

Mit freundlicher Genehmigung: Matthey Film
Fotos: ©Matthey Film

Abstrakte Überlegungen bei Krähen – Vögel lösen komplexe Aufgaben

Menschenaffen, Rabenvögel und Papageien zeigen alle in der freien Natur erfinderische Verhaltensweisen. Jedoch ist es unklar, ob diese erfinderische Verhaltensweisen mehr durch kognitive Einsichten oder nur durch einfaches Lernen durch Ausprobieren gestützt werden.

Um diese Fragestellung zu untersuchen, gaben die Neuseeländische Forscher  A. Taylor und Mitarbeitern Geradschnabelkrähen (Corvus moneduloides) ein dreistufiges Problem, das sie nur mit Hilfswerkzeugen lösen konnten. Die Wissenschaftler stellten sieben wilde Geradschnabelkrähen vor eine Aufgabe, die nur in mehreren Schritten bewältigt werden konnte: Um an ein Fleischstück in einer Kiste mit Loch heranzukommen, mussten die Krähen einen langen Stock einsetzen.

Dieser befand sich aber in einer Gitterbox und konnte nur mit einem kleineren Stock herausmanövriert werden. Diesen kleinen Stock mussten die Vögel zuvor von einer von der Decke baumelnden Schnur lösen.  Diesen kurzen Stock  hatten die Wissenschaftler jedoch vor dem Experiment  für die Krähen zu einem unattraktiven Objekt gemacht – sie ließen die Krähen mehrmals erfolglos versuchen, mit diesem Werkzeug das Fleischstück zu erreichen. Dennoch benutzten die Krähen beim ersten Versuch die Hilfswerkzeuge in der nötigen Reihenfolge.

Die Wissenschaftler werten dies als Zeichen für kognitive Fähigkeiten, die über ein einfaches Lernen durch Ausprobieren hinausgehen. Sie schließen daraus, dass Krähen komplexe Aufgaben auch in einem neuen Zusammenhang lösen können  und dabei abstrakte kausale Zusammenhänge erkennen.

A. H. Taylor, D. Elliffe, G. R. Hunt, and R. D. Gray: Complex cognition and behavioural innovation in New Caledonian crows, Proc R Soc B 2010 0: rspb.2010.0285.

Page 12 of 13« First...«910111213»