Raben trösten ihre Freunde nach Auseinandersetzungen

Dass Raben mit einer gewissen Intelligenz Probleme lösen, ist mehrfach bewiesen. Dass sie aber auch zu einem gewissen Maß an Mitgefühl in der Lage sind, finden jetzt Forscher der Universität Wien heraus.

Raben trösten und beruhigen ihre Freunde, wenn diese bei einem Konflikt eins auf den Schnabel bekommen haben. Und werden sie selbst Opfer einer Streiterei, so suchen sie sich Trost bei ihren besten Bekannten. Das berichten Forscher der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle der Universität Wien im Journal „Plos One“.

Orlaith Fraser und Thomas Bugnyar hatten über ein Jahr lang das Verhalten einer Gruppe von dreizehn jungen Raben (Corvus corax) in einer Voliere des Instituts beobachtet. Dabei notierten sie genau, welche Tiere kurz nach einem Konflikt in der Gruppe sich welchen anderen zu- oder abwandten. Das Ergebnis zeigt eine gewisse Empathie der Tiere: Häufig wurden die Verlierer eines Kampfes von unbeteiligten anderen Raben durch Berührungen getröstet. Dies war umso wahrscheinlicher, je heftiger der Konflikt ausgefallen war.

Unterlegene Tiere eines Kampfes suchten danach auch selbst aktiv nach Trost bei anderen, wobei sie sich meist an jene wandten, die auch von sich aus Trost spendeten. Diese Tiere waren solche, zu denen auch sonst eine enge, für die Tiere wertvolle Bindung bestand. Da die jungen Tiere noch keine Paare gebildet hatten, konnten dies verschiedene engere Freunde in der Gruppe sein. Versuche zur Versöhnung mit dem Gegner, wie sie die Forscher von Affen kennen und zur Vermeidung späterer Konflikte erwartet hätten, kamen dagegen kaum vor.

Schon die erfolgreiche Suche nach Trost zeigt, wie die Tiere sich in der Gruppe helfen. Der spontane, ungefragte Trost von Freunden nach einem Kampf zeige ein gewisses Maß an Mitgefühl, das sogar über das von Affen hinausgehe, berichten die Wissenschaftler.

Kolkrabe

Copyright: © 2010 Fraser, Bugnyar. This is an open-access article
“Do Ravens Show Consolation? Responses to Distressed Others,” by Orlaith Fraser and Thomas Bugnyar. PLoS one Vol. 5 Iss. 5. DOI:10.1371/journal.pone.0010605

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