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Kanarienhaltung im Winter: Zart aber hart

Ein nicht wissenschaftlicher Bericht

Liebe Vogelfreunde, zuerst möchte ich mich vorstellen. Ich bin Eva Wilk-Oser, seit fast 34 Jahren in der AZ und fast genauso lang Kanarienzüchterin. Meine Schwerpunkte sind Lizard (nur just for fun), Fife und Japan Hoso (von meiner Tierärztin liebevoll „Krückstöckchen“ genannt, weil sie zu den sog. gebogenen Rassen gehören).

Bei den Ausstellungen bin ich mit begrenztem Ehrgeiz relativ erfolgreich. Mir ist eine gewisse Robustheit meiner Vögel immer wichtiger als Ausstellungsqualität; so gebe ich bei meinen gesunden Kanarien keinerlei Zusätze weder über das Trinkwasser noch über das Futter. Zur Brut im Frühjahr verfüttere ich zusätzlich zum Kanarientrockenfutter gekeimte Kanariensämereien, Eifutter und Grünes (Löwenzahnblätter und Löwenzahnsamen, sog. Pusteblumen).

Kanarien am frischen Schnee

Jetzt bei starkem Frost bekommen die Volierenvögel neben den trockenen Kanariensämereien noch zusätzlich Wildsämereien und als besondere Zugabe in jede Voliere zwei halbe Walnüsse, die immer sofort aufgenommen werden. Eine Schüssel Vogelsand und Grit gehört zur Grundausstattung. Ein Blatt Endivie- oder Chicoreesalat in Abwechselung mit einer Apfelscheibe sind auch bei Frost rasch aufgenommen. Das Trinkwasser in der Wasserampel wird mit einer kleinen Heizschlange am Ampelboden eisfrei gehalten.

Ich habe keine Innenvolieren und von den Aussenvolieren keine Verbindung zu meinem Zuchtinnenraum, so daß alle Vögel im Winter in den Aussenvolieren verbleiben. Da Kanarien zu den Finkenvögel gehören wie unsere einheimischen Vögel, ist dies kein Problem, wenn sie ausreichend Futter, Wasser (oder Schnee) und Windschutz haben. Alle Volieren sind im oberen Bereich durch Kunststoffscheiben windgeschützt.

Kanarien am frischen Schnee

In diesem Winter habe ich von ca. 80 Tieren  8 Vögel, weil sie nicht o.k. erschienen, nach innen geholt; in den zu Flugabteilen erweiterten Zuchtboxen sind alle bei +8-10 ͦ C putzmunter. Natürlich kann ich sie dann nicht mehr raussetzen. In diesem Winter ist mir noch kein Vogel eingegangen. Aber alle anderen sind draußen auch bei  -20 ͦ C Nachttemperatur.

Kanarien im Schnee

Aber das Schönste ist die Vögel zu beobachten, wenn es geschneit hat und alle ihr Schneebad nehmen oder im frischen Schnee „trinken“. Ich hoffe, man kann dies auf den Photos sehen. Selbst die Japan Hoso, die ich besonders genau beobachte, weil sie sehr zart sind, sind ganz wild darauf; Es ist eine Freude, sie im Schnee zu beobachten

Eine klitzekleine Bilder-Geschichte über eine Kanarienvogel-Familie

Eine kleine Bilder-Geschichte, in leider nur kleinem Bildformat, über eine kleine Kanarienvogel-Familie. Klein ist das Bildformat, doch sind die Bildchen schon zeimlich alt und leider nicht mehr in größerer Variante vorhanden. Wir hoffen dennoch sie erfreuen den Betrachter.

Beifuss, eine ideale Vogelfutterpflanze

Zur Zeit sind reifer Beifuß reichlich an Weg- und Ackerrändern anzutreffen und zu ernten.  Deshalb zur Erinnerung mein kurzer Bericht:

Seit über 20 Jahren verfüttere ich im Spätsommer/Herbst Beifuss als beliebtes Zusatzfutter meinen  Sittichen (Wellensittiche, Nymphensittiche, Katharinasittiche und Agaporniden).

Wenn ich meine Züchterfreunde frage, ob sie ihren Vögel im Herbst Beifuss anbieten, dann wissen die meisten nicht einmal, was Beifuss ist. Dabei steht diese Pflanze in Massen  an Weg- und Feldrändern.

Ich kannte diese Pflanze als Vogelfutterpflanze auch nicht. Meine Frau hatte damals neben Kanarien auch Waldvögel gezüchtet. Im Sommer waren wir immer auf den Feldern und haben neben Vogelmiere auch diverse andere Samenstände gesammelt wie z. B. von Vergissmeinnicht, Hirtentäschelkraut, Sauerampfer, Nachtkerzen und auch Beifuss. Am ergiebigsten war Beifuss, den wir im Arm büschelweise ernten konnten. Während die Kanarien und Waldvögel weitgehend nur die halbreifen Sämereien herauspickten, sind meine Sittiche über die gesamte Pflanze hergefallen: zuerst die – halbreifen d.h. noch grünen und auch reifen (braunen) – Samen, dann das restliche Grün. Übrich blieben nach 1-2 Tagen nur die Strünke, die Reste der dicken Pflanzenstiele. Wer einmal zugesehen hat, mit welcher Lust die Vögel diese Pflanzen „bearbeiten“, kann gar nicht anders als seinen Vögeln im Spätsommer diese und eventuell andere Samenstände anbieten.